fbpx

Island Offroadreise – Persönliche Ausrüstung und Fahrzeugvorbereitung

Hallo Teilnehmer und die, die es noch werden wollen!

Bettina und ich möchten nach Rücksprache mit Robby zwei neue Themenbereiche aufbauen:
– Fahrzeugvorbereitung /-ausrüstung und
– persönliche Ausrüstung

Fahrzeugvorbereitung

Robby hat schon eine sehr gute und umfangreiche “Universal-Packliste“, auf die wir hier schon mal verweisen (und als Basis nehmen). Die Handsäge oder Axt könnt Ihr aber zuhause lassen, die isländischen Bäume werden zwar langsam mehr, stellen sich aber selten in den Weg.

Vorweg – ein Schwimmwagen wird nicht benötigt. Nachfolgendes dient nur der Vorsicht, vieles wird voraussichtlich nicht nötig sein – aber wer weiß 

– Gut gepflegte Türgummis (stark rissige oder defekte besser austauschen)
– Das Fahrzeug sollte komplett abgeschmiert sein
– Den Motor schön säubern und anschließend mit Motorlack oder ähnlichem konservieren. 
– Insbesondere Elektrik- oder Elektronikbauteile, die frei im Motorraum sind dürfen gern ein wenig mehr eingesprüht werden.
– Bei einem Wrangler hat der Fahrer mal den kompletten Sicherungskasten mit Plastik verhüllt. Vielleicht ein wenig übertrieben, vor allem, wenn sich Staunässe bilden kann. Übertreiben wollen wir nicht.

– Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ins Fahrzeug Wasser eindringt, sollte alles wertvolle und wasserempfindliche schnell vom Boden entfernt werden können.

Nochmals zur Klarheit: Bei allen unseren bisherigen Reisen sind wir nicht “abgesoffen” und hatten kein Wasser im Fahrzeug. Das wollen wir auch nicht ändern 

Beim Cherokee hatte ich mir eine Bugschürze gebastelt. Nun gab es ja vor Kurzem in der OffRoad zu lesen, dass dieses nichts bringt, sondern nur mehr Wasser in den Motorraum zaubert. Na ja – es beruhigt aber ungemein, wenn die Luftansaugung direkt hinter dem Scheinwerfer ist. Wer einen Schnorchel hat (also das Fahrzeug ist gemeint), ist fein raus. Langsam durch Furten fahren ist eh die Zauberlösung.

———————————–

– Sandbleche (hatten wir bislang nie benötigt, werden aber welche mit dabei haben. Wer unbedingt welche mitnehmen möchte …)
– Vernünftige Bergegurte (sollten immer an Bord sein)
– Seilwinde (wer sie dran hat, dran lassen, wer nicht – nicht anbauen). Haben wir bislang lediglich 1x benötigt
– zweiter Reservereifen – tja, da streiten sich die Gesellen. Wir haben bislang nur 1x einen Reifen wechseln müssen (sind in die eigene Schraube gefahren). Hatten aber immer 2 dabei (Ausnahme: Beim Lundi, habe nur einen). Es gibt aber Erzählungen, dass zwei Reifen am ersten Tag hinüber waren. Wir können nicht beurteilen, wie die gefahren sind, es war die gleiche Strecke! 
– Reifenwahl: Wer MT Reifen hat: Bitte draufziehen. Wer AT Reifen hat: Bitte nicht extra MTs kaufen. Wir haben BF Goodrich drauf (gehabt) und sind mit beiden Typen super zurecht gekommen. Auch die serienmäßige Bereifung geht – vielleicht hier und da ein wenig vorsichtiger sein und Robbys Flickzeug parat haben.
– Der Serientank sollte heil sein. Bitte gebt uns auf, wie weit Ihr damit kommen könnt (mit anständiger Reserve). Wir können dann die Tour daraufhin nochmals überprüfen. 400 Km wären schon toll (mit viel Puffer gerechnet, vermutlich liegt die längste Strecke unter 300 Km). Ein Reservekanister ist sehr zu empfehlen (20 Liter) -wir haben nämlich keinen 

Achtung: Bei Sondertouren ist ggf. eine höhere Reichweite notwendig (so z.B. beim Hochland-Special. Hier sollten 500 km Reichweite unter Pistenbedingungen drin sein)

——————————–

Noch was ganz banales: Das Fahrzeug kann ruhig vom Lack her gepflegt sein (=schön poliert). Wir wollen ja einen guten Eindruck machen und die Fotos werden schöner. Angenehmer Nebeneffekt: Die isländischen Bindemittel auf den Straßen gehen leichter wieder runter. Und wenn es auch komisch klingt: Das Fahrzeug sollte auf Island öfter gewaschen werden – geht kostenfrei an vielen Tankstellen (logisch: eigene Handarbeit). Es sieht zwar toll aus, wenn die Fahrzeuge in Dänemark völlig “off-roadig-kultig” aussehen, der Mist geht aber sauschwer wieder runter, wenn er einmal so richtig schön festgetrocknet ist. Wir haben unsere Fahrzeuge immer schön sauber zurückgebracht (bis auf einer der bisherigen Mitreisenden, von dem ist diese Erfahrung – er hatte aber einen Lehrling und der war 3 Tage am Lack reinigen)

Persönliche Ausrüstung

Robby hat schon eine sehr gute und umfangreiche “Universal-Packliste“, auf die wir hier schon mal verweisen (und diese als Basis nehmen). 

Zu den Klamotten:
– Am wichtigsten: Badesachen nicht vergessen! Wir werden sicherlich diverse Möglichkeiten haben, diese zu nutzen (sei es in den vielen Schwimmbädern oder den (teils natürlichen) HotPots).
– Auch sehr wichtig: Schnell greifbare Regenhose + Regenjacke (und sei es nur zum Autowaschen ).
– Grundsätzlich ist das Zwiebelprinzip (Mehrschichtsystem) sehr zu empfehlen. Vom T-Shirt Wetter bis zum waagerechten Regen ist alles möglich und alles schon gehabt (auch ohne T-Shirt w/Wärme). Die Temperaturen lagen auf unseren Reisen meist zwischen 0 und 30 Grad (außer auf der Wintertour). Gut wäre es, wenn eine Schicht winddicht ist.
– Wanderschuhe bzw. Schuhwerk ähnlicher Qualität/Austattung sind sehr dienlich; ein robustes Profil erleichtert eventuelle Bergbesteigungen, sofern gewünscht.

Richtig schlafen:
– Daunen im Schlafsack sind weniger praktisch, da diese – sofern mal feucht geworden, nur schwer wieder trocknen.
– Wer im Zelt nächtigt, sollte hier auf einigermaßen Qualität achten. Regendicht wäre nicht schlecht und vor allem sollte es Wind aushalten können. Die Billigware aus den Supermärkten sorgt eher für Spaß bei anderen. Auch wichtig: Vergesst den Gummihammer und die dünnen Zeltheringe! Solider Hammer und sehr stabile Heringe müssen mit. Oft ist der Boden sehr hart. Teilweise wird als Heringersatz ein Fels dienen müssen (lange Zimmermannsnägel haben sich bewährt).

Fotos/Videos
– Sofern noch jemand von Euch seine Kamera mit Filmen bestückt, sollten diese in ausreichender Menge (wir haben bei unseren bisherigen Reisen pro Tag durchschnittlich etwa 1 Film belichtet) aus Deutschland mitgenommen werden. Aber wir können uns ja auch im Nachhinein hinsichtlich der geschossenen Bilder austauschen! Für die digitale Welt gilt gleiches (lieber eine Chipkarte mehr mitnehmen)

sonstige “Hardware”:
– Auch hier primär für Zeltschläfer (auch für Dachzeltschläfer): Stabile Abspannleinen können Gold wert sein. Wind werden wir mit Sicherheit mal haben – nur die Stärke wissen wir nicht im Voraus. Wir sind Nachts schon einmal von einem Campingguard geweckt worden, der uns gebeten hat unser Dachzelt zu sichern, da sich ein heftiger Sturm angekündigt hatte (war dann aber doch nicht so schlimm). Mit unseren Fahrzeugen können wir nur zum Teil ausreichenden Windschutz bieten.
– Wasservorräte: Wir fahren nicht in die Wüste. Klar, der Tagesbedarf sollte auf jeden Fall im Kanister mitgeführt werden. Im Regelfall haben wir viele Möglichkeiten, Wasser aufzufüllen (im LKW haben wir ca. 40 Liter Trinkwasser und ca. 20 Liter Brauchwasser dabei, im Toyota 30-40 Liter Trinkwasser) Dieses ist aber kein Maßstab für Euch; grundsätzlich sollten 20/30 Liter ausreichend sein (als Trinkwasser) und für den Rest gibt es das Feierabendbier 

– Komplette Camp- und Küchenausrüstung versteht sich
– Ach ja, gaaanz wichtig: Die Campingplätze sind von sehr einfach (grüne Wiese ohne alles) bis hin zu luxuriös (Aufenthaltsraum, warmes Wasser, WC, Dusche) vorzufinden. Meistens sind sie recht einfach (WC ist schon toll, kaltes Wasser). Viele Plätze haben was vom wilden Camp (nur gegen Bezahlung). Wir hatten früher immer so ein portables WC mit dabei, da ich (Bernd) es mir für die “größeren Dinge” gern bequem mache (weiß der Geier, wie Frauen diese komische Haltung hinbekommen, ohne laufend auf den Hintern zu fallen). Ein Spaten ist recht hilfreich (zumindest dort, wo es nicht felsig ist).

Lebensmittel u.ä.
– Es dürfen pro Person nur 3kg Lebensmittel eingeführt werden! Kontrollen finden stichprobenartig statt. Wir haben dieses Kontingent primär für Tütensuppen & Tütennudelgerichte etc. genutzt. Also eine Grundausstattung, die nicht viel wiegt, aber zu einer Mahlzeit vor Ort verfeinert werden kann. Einkaufsmöglichkeiten werden wir immer wieder zwischendurch haben – und da Island nicht hinter dem Mond liegt, gibt es dort auch ausreichend Auswahl. Wie uns mal gesagt wurde, zählen nicht-alkoholische Getränke vom Gewicht her auch zu diesen 3 kg! Heisst also, bei 3 Litern Mineralwasser ist das Kontingent ausgeschöpft. Wir nehmen deshalb immer gern unseren SodaMax mit – denn Wasser hat die Insel zu genüge zu bieten!
– Alkohol ist auf der Insel sehr teuer – wer also nicht darauf verzichten kann/möchte, sollte zumindestens den Bierbedarf sicherlich von daheim mitnehmen. Allerdings sollte auch hier das bei der Einfuhr vorgeschriebende Mengen beachtet werden.
Aktuell (Stand 2012) sind das:

1 Liter Spirituosen und 1 Liter Wein und 6 Liter Bier oder 
3 Liter Wein und 6 Liter Bier oder 
1 Liter Spirituosen und 9 Liter Bier oder 
1,5 Liter Wein und 9 Liter Bier oder
12 Liter Bier 

– wo wir gerade beim Laster sind: 200 Zigaretten oder 250gr. Tabak pro Person können zollfrei eingeführt werden.

Grundsätzliches zur Natur:
Ein wichtiges und bitte ernst zunehmendes Thema:
Sehr viele Flächen Islands sind sehr empfindlich. Dass wir keinen Müll in der Natur hinterlassen, versteht sich von selbst. Hierzu zählt bitte auch natürlicher Müll (Obstreste, Bananenschalen, ….) – diese verrotten extrem langsam. Wünschenswert ist es auch, dass benutztes Papier beim “Spatengang” verbrannt wird (zur Not gut und windfest abdecken). Nichts ist widerlicher, als vorbeiwehende Papierfetzen, die … Ihr wisst schon, was wir meinen.

Gefahren wird nur auf Pisten – die sind für uns Festlandeuropäer normalerweise Off Road genug. Wer die Piste verlässt und dabei erwischt wird, zahlt sehr empfindliche Strafen und das zu Recht. Diese Spur sieht man in 10 Jahren noch (und der Nächste könnte meinen “oh toll – eine Piste!”). Leider kommt es immer mal wieder vor, dass Touristen (selten auch Isländer) dieses recht locker sehen. Der Ärger ist vorprogrammiert – wir möchten auch in vielen Jahren noch Pisten fahren dürfen (die wunderschönen Alpenpässe sind da ein Beispiel – immer mehr werden geschlossen). 

Schluss der ernsten Worte – wir freuen uns riesig auf die Tour! Wir werden viel Spaß haben und eine wundervolle Natur sehen.

Und jetzt seid Ihr wieder an der Reihe – Fragen / Ergänzungen … gern 

Gruß
Bettina & Bernd

 

Leave a Comment